Motivation

Die Silotech GmbH wurde 1990 gegründet und ist spezialisiert auf die Produktion und Vermarktung von Saatgut. Hierbei ist das Unternehmen im Bereich Getreidesaatgut vor allem auf den mitteldeutschen Markt konzentriert und im Bereich Grassaatgut auf dem internationalen Markt tätig. An den zwei Standorten in Claußnitz und Oberlichtenau werden die Waren eigenständig produziert. Das Produktportfolio umfasst hierbei Basissaatgut, Feinsaaten und Mischungen, Getreide und großkörnige Leguminosen, Hybridgerste sowie Handelsware wie Mais. Aber auch Dienstleistungen wie umfangreiche Anbauberatung und standortangepasste Sortenempfehlung bietet die Silotech GmbH an. Die langjährige Zusammenarbeit mit erfahrenen Landwirten für die Produktion der Rohware ist einer der Erfolgsfaktoren des Unternehmens.

Vor allem in der Hochsaison von Juli bis Oktober wird durch die Produktvielfalt, den Zeitdruck durch getaktete Ernteprozesse und die sortenspezifischen Drillzeiten der Landwirte ein hohes Maß an intralogistischer Organisation und Struktur sowie entsprechende Lagerungskapazitäten benötigt. Mit Hilfe von internen papierbasierten Umlagerungsscheinen, standortabhängigen Lagerplatzorganisationen, mobilen Lagererweiterungen und dem individuellen Know-how der Mitarbeiter, kann die Rückverfolgung der Ware zeitversetzt realisiert werden. Dies stellt jedoch einen hohen Kommunikationsaufwand dar und bedingt die Anwesenheit von Wissensträgern sowie die fehlerfreie Dokumentation von Logistikdaten. Fehler im Dokumentationsprozess oder verloren gegangene Umlagerungsscheine führen zu aufwendigen Suchprozessen und sorgen für Intransparenz und Ineffizienz in den Warenrückverfolgungsprozessen.

Zielstellung

Im Umsetzungsprojekt mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz soll eine digitale Warenrückverfolgung erarbeitet werden, die es ermöglicht, die Ware standortübergreifend während der Produktion, dem Transport und der Lagerung schnell zu identifizieren. Hierdurch soll ein Überblick ermöglicht werden, in welchem Bearbeitungsstadium und an welchem Lagerplatz und Standort sich das Zwischenerzeugnis befindet. Ziel soll es sein, die papierbezogene Datenpflege mit nachgelagerter Informationsweitergabe und -verarbeitung zu vermeiden und eine echtzeitfähige Warenrückverfolgung standortübergreifend zu gewährleisten. Dadurch soll die Transparenz und Effizienz in den Lager- und Logistikprozessen erhöht werden. Ein unvorhergesehener Ausfall von Wissensträgern oder das Verschwinden von Umlagerungsdokumenten kann so kompensiert werden. Das Lösungskonzept konzentriert sich hierbei auf die beiden Standorte Claußnitz und Oberlichtenau.

Vorgehen

Zu Beginn erfolgt eine Prozessanalyse des IST-Zustandes. Dabei werden die Produktions-, Lager- und Logistikabläufe sowie die standortabhängigen Lagerstrukturen erfasst. Die Datenaufnahme erfolgt durch Mitarbeitergespräche und Produktionshallenbegehungen an beiden Standorten. Auf dieser Grundlage wird ein erstes Lösungskonzept erarbeitet, welches gemeinsam in einem Kreativworkshop mit dem Unternehmen konkretisiert wird. Ein nutzenbringendes Konzept soll bei Machbarkeit in einem Prototyp resultieren und vor Ort getestet werden. Die Ergebnisse werden im letzten Schritt in einem Lastenheft dokumentiert, um die Basis für eine Implementierung an den Standorten zu schaffen.

Unternehmen

Silotech GmbH

Konsortialpartner

TU Chemnitz: Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme, Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb

Ansprechpartner

Franziska Baumgärtel
+49 (0) 371 / 531 38604
franziska.baumgaertel@betrieb-machen.de

 

Luise Weißflog
+49 (0) 371 / 531 36301
luise.weissflog@betrieb-machen.de